Zweifeln erlaubt: Drei Macher:innen, drei Welten und eine ehrliche Antwort auf die Frage, was Mut wirklich bedeutet.

Eine Waschstraße eskaliert zum Mobilitätszentrum, eine Hoteliere erhöht die Preise, verliert Gäste und gewinnt neue, ein Manager tauscht Konzernkarriere gegen Heimat: Drei Macher:innen erzählen, wie es wirklich war – und was hinter ihrem Mut steckt.

250 Projektwochen, 7.000 m² Areal, 20 Millionen Euro Investitionssumme und ein in Österreich einzigartiges Konzept. Genau an diesem Ort stand am 14. Oktober die Rauchzeichen-Couch – mitten zwischen Waschstraße und Autowerkstatt. Gemeinsam mit über 200 Besucher:innen hatten wir das besondere Vergnügen, die neue SINN.CITY in Kirchdorf offiziell zu eröffnen.

Das Rauchzeichen-Team rund um Anna Maria Mühlbacher und Hannes Treichl holte Franz Sinnesberger, Hannah Ponimayer und Stefan Pletzer ans Mikro – und gemeinsam mit dem Publikum sprachen sie ganz offen über Unternehmertum, Ängste, Erfolg, Scheitern und alles dazwischen.

Die Live-Gäste & ihre Messages

Franz Sinnesberger (SINN.CITY | Eurogast Sinnesberger)

Hat aus dem Wunsch nach einer Waschstraße ein Mobilitätszentrum gemacht, führt ein großes Team und weiß, wann man etwas hinterfragen und wann man es lassen muss.

Franz erzählte, wie aus dem Wunsch nach einer Waschstraße die SINN.CITY wurde: Die Grundstücksfläche sei zu groß gewesen, nur eine Waschstraße darauf wirtschaftlich nicht sinnvoll – also habe man verdichtet, „und dann ist es eskaliert“. Skepsis sei dabei wichtig:

„Man muss sich schon selber wieder hinterfragen … Nur wenn man drüber nachdenkt, wieder was verbessert und sagt, da warst du jetzt eigentlich auf dem Holzweg, machen wir es anders – das gehört ganz normal zum Prozess dazu.“

Auch zu Rückschlägen hat Franz eine klare Meinung: Die Schuld liege meist bei einem selbst, und fast wichtiger als der Fehler sei der Zeitpunkt, an dem man erkennt, dass man etwas lassen sollte. Und er verriet uns auch sein Führungsrezept:

„Der Fisch stinkt meistens vom Kopf. Ich glaube, dass das das wichtigste Rezept ist: Was man vorlebt, da ist die Chance hoch, dass es aufgegriffen, weitergedacht und mit authentischer Leidenschaft umgesetzt wird.“

Hannah Ponimayer (Farmhotel Großlehen)

Ist mit neuen Impulsen zurück ins Großlehen gekommen, baut Schritt für Schritt auf der eigenen Landwirtschaft auf, kümmert sich um Gäste, Wein und Hochlandrinder und bleibt sich dabei immer selbst treu.

Hannah kam mit jeder Menge neuer Impulse zurück ins Großlehen. Statt radikal alles auf den Kopf zu stellen, baute sie Schritt für Schritt auf dem Vorhandenen auf: der familieneigenen Landwirtschaft. Bei der Positionierung war klar: nichts Erfundenes. Man habe geschaut, woher man kommt – und so entstand das erste Farmhotel in den Kitzbüheler Alpen. Das hatte auch seinen Preis – wortwörtlich:

„Wir haben unsere Preise sukzessive nach oben getrieben. Natürlich verliert man da Gäste, aber wir haben viele neue gewonnen und auch junge Leute, die Stammgäste geworden sind.“

Schwer falle ihr manchmal, Kritik nicht persönlich zu nehmen, wenn man so viel Herzblut investiert hat. Man müsse Abstand gewinnen und Produkt und Person trennen. Und ihre Schwester Laura, die sich ums Tagesgeschäft kümmert, holt sie zurück, wenn sie gedanklich wieder zu weit in die Zukunft ausschweift… Ihr Satz des Abends:

„Ich werde nie die große laute singende Wirtin sein… am Schluss muss man einfach bei sich selber bleiben.“

Stefan Pletzer (Kitzbüheler Anzeiger)

Hat den Kitzbüheler Anzeiger als Geschäftsführer auf neue Beine gestellt, denkt lieber ans Gestalten als ans Verwalten und hat über ein Jahrzehnt Konzernerfahrung zurück in die Heimat gebracht.

Seit drei Jahren führt Stefan den Kitzbüheler Anzeiger und hat die Traditionszeitung neu aufgestellt. Mittlerweile hat sich die Reichweite des Anzeigers verdreifacht. Seine Grundsatzentscheidung:

„Man kann geografisch wachsen und sagen, wir machen jetzt einen Anzeiger für ganz Tirol. Oder du gehst in die Tiefe und das ist unser Weg. Wir bleiben unserem Kern treu – aber die Diversifizierung und Digitalisierung haben wir sehr stark vorangetrieben.“

Verwalten liegt ihm dagegen weniger: „Ich habe schon ein bisschen Respekt, wenn es ums Verwalten geht. Da tue ich mir nicht so leicht.“ Dafür kennt er den Unterschied zwischen Träumen und Machen. Seine Formel:

„A dream without a plan is only a wish. Du musst es schon träumen können, aber du musst schon auch einen guten Plan haben.“

Drei Welten, eine Erkenntnis: Zufriedenheit ist der größte Erfolg. Der Rauchzeichen Deep Talk: Interaktiv. Unzensuriert. Echt.

Im zweiten Teil war das Publikum am Wort. Wann ist ein Traum gescheitert? Muss man es allen recht machen? Und was ist eigentlich Erfolg? Die Antworten der drei klangen erstaunlich ähnlich:

Franz: „Wenn man mit der eigenen Idee ganz viele andere Menschen anstecken kann und die dann eine Freude an deiner Idee haben … Strahlen in die Augen.“

Hannah: „Wenn sie abreisen, super happy und zufrieden sind und man merkt, sie haben eine gute Zeit bei uns gehabt – ich glaube, das ist der größte Erfolg für uns.“

Stefan: „Erfolg ist, dass man mit den Menschen, die was bedeuten, gemeinsame Momente hat, wo man sagt: Ich bin zufrieden mit dem, was ich gemacht habe.“

Was hinterlassen wir der Zukunft? – Special Opening mit Berit Neumayr

Den Auftakt machte Berit Neumayr mit einem Poetry-Slam-Intro. Sie hatte gerade ihr Jus-Studium mit der Sponsion abgeschlossen und kurz davor ihren allerersten Auftritt bei den österreichischen Poetry-Slam-Meisterschaften in Klagenfurt. Auf der Bühne begeisterte sie mit einer Frage, die zum Nachdenken anregte: „Was hinterlassen wir der Zukunft?“ – Danke, Berit, für den Start in den Abend!

„So viel Interesse für regionales Unternehmertum – großartig!“

Tom Hechenberger, Geschäftsführer der Sparkasse Kitzbühel, ist schon fast Stammgast auf unserer Couch. Für einen kurzen Talk-Slot fasste er sein Fazit des Abends so zusammen:

„Zu Unternehmertum gehören Courage, Werte und Mut. Wirtschaft braucht authentische Vorbilder, Zuversicht und eine positive Grundstimmung. Die heutigen Gäste beweisen eindrucksvoll, wie viel Potenzial in unserer Region steckt – wir dürfen nur nie aufhören, an uns zu glauben und uns laufend weiterzuentwickeln!“

Danke an das gesamte Team der Sparkasse Kitzbühel – ihr seid seit vier Jahren an unserer Seite! Gemeinsam mit euch und weiteren regionalen Partner:innen planen wir bereits das Event im nächsten Jahr.

Viel Gesprächsstoff, neue Verbindungen und eine ausgebuchte Backstage-Tour

Während draußen noch aufgebaut wurde, gab’s drinnen schon Programm: Um 17 Uhr zeigte uns Franz Sinnesberger mit seinem Team die SINN.CITY von hinten. Die Tour war ausgebucht. Danach: Bites & Drinks aufs Haus von Sinnesberger’s Markthalle – und die Gespräche kamen von allein.

Ach ja, und dann folgte noch Teil 3 – ein Get-together bis zur Sperrstund’. Aber davon wissen nur jene, die live dabei waren…

Den Live-Mitschnitt gibt’s demnächst in unserem Podcast (hier abonnieren). Videos folgen auf Instagram @rauchzeichen.live.

Ein fettes Danke an alle, die dabei waren, den Abend frischer Gedanken mitgestaltet und zu dem gemacht haben, was er war: Ein unvergessliches Erlebnis mit bleibenden Erkenntnissen und vielen neuen Verbindungen.

POV-Cam – Das Event aus der Perspektive des Publikums

Tolle Fotos haben wir immer. Aber was passiert, wenn wir die Kamera einfach ins Publikum werfen und sagen: Draufdrücken, Moment festhalten, weitergeben? Genau das haben wir in der SINN.CITY getan. Hier geht’s zu den 100 Fotos aus der Community-Cam »

Die nächste Rauchzeichen Live-Show: hollu Campus – inkl. Factory Tour

Am 26. November 2026 geht’s weiter – wieder mit einem In-House-Event in einem der innovativsten Familienbetriebe des Landes: am neuen hollu-Campus. Und auch dort gibt’s wieder eine Backstage-Tour und exklusive Einblicke hinter die Kulissen…

Nicht verpassen und rechtzeitig Tickets sichern, denn bislang waren all unsere Events ausverkauft!

Wir freuen uns aufs Wiedersehen – bis bald!

Rauchzeichen
#glaubandich Live-Tour ’26

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14|10|26 St. Johann in Tirol
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