Ich hab’s einfach mal ausprobiert.
Kellerjoch, 1.887 Meter Seehöhe // Hier oben, mit freiem Blick ins Inntal, steht das geschichtsträchtige Hecherhaus – und seit 2025 führt es ein Mann, den man hier zunächst vielleicht nicht vermuten würde…
Amrit Tiwari ist in der Annapurna-Region in Nepal aufgewachsen, umgeben von Gipfeln, von denen dutzende höher als 5.000 Meter sind. Heute serviert er dort, wo früher nur Tiroler Schmankerl auf den Tisch kamen, Momos und Curry – neben Osttiroler Schlipfkrapfen, Speckknödeln und Kaiserschmarrn – und das mit einer Herzlichkeit, die vieles ist nur nicht gewöhnlich…
Viele Stationen, ein Weg
Wer glaubt, Amrits Geschichte sei eine geradlinige Erfolgsstory, kennt seinen Werdegang nicht. Als Jugendlicher begleitete er in den Ferien seinen Onkel, der als Bergführer arbeitete, bis in die Basislager der höchsten Berge der Welt. 2014 verschlug ihn ein Hilfsprojekt Tiroler Bergsteiger nach Österreich – zunächst nur für die Sommersaison. Aber er sollte viel länger bleiben, als er selbst ahnte…
Amrit findet seine Leidenschaft für die Gastronomie
Es folgen weitere Stationen auf einer Winterhütte, als Kellner in einem Kaffeehaus, als Pächter einer Hütte am Dachstein (samt eigenem Schlepplift und einer Ausbildung zum Betriebsleiter), und schließlich als Pächter der Lanser Alm. 2025 folgte sein bisher größtes Projekt: die Übernahme des Hecherhauses.
Schnitzel, Momos & Curry
Seit er das Hecherhaus übernommen hat, hat sich unglaublich viel getan. Amrit renoviert, modernisiert – und bringt kulinarisch zwei Welten zusammen, die sich auf den ersten Blick fremd sind: klassische Tiroler Küche und handgemachte nepalesische Spezialitäten. Schnitzel und Knödel treffen auf Momos und Curry. Was als kleines Experiment für neugierige Gäste auf früheren Hütten begann, ist heute sein Markenzeichen. Kein Wunder, dass an manchen Tagen – etwa beim wöchentlichen Skitourenabend – bis zu 300 Gäste gleichzeitig das Haus stürmen, betreut von einem eingespielten Team von fast 20 Personen.
Familie als Fundament
Amrit führt das Hecherhaus nicht allein: Seine Frau Shreya und der gemeinsame Sohn Ayan sind Teil des Alltags am Berg. Unter der Woche pendelt Amrit mit dem Kind ins Tal zur Kinderkrippe, am Wochenende kommt die Familie zusammen, um gemeinsam Gäste zu bewirten. Es ist diese Mischung aus unternehmerischem Ehrgeiz und Familienzusammenhalt, die dem Haus seine besondere Atmosphäre gibt.
Tirols erster nepalesischer Almwirt?!
Amrit sei der erste nepalesische Almwirt Tirols, schreibt die Presse. Egal, ob das im strengen Wortsinn belegbar ist oder nicht – es zeigt, wie ungewöhnlich seine Reise in die Silberregion Karwendel war und wie sein Weg in der heimischen Gastronomielandschaft wahrgenommen wird – auch wenn er mit vielen Entbehrungen verbunden und sicher nicht immer einfach war.
Live auf der Rauchzeichen-Couch in Schwaz
Warum er für Tirol ein Leben bei Freunden und Familien in Nepal aufgibt, was ihn antreibt, wenn 300 Gäste gleichzeitig Hunger haben, und wie er ein Team führt, das jede Saison freiwillig zurückkommt – das erzählt Amrit live beim Rauchzeichen Open Air am 16. September im Rathaushof Schwaz. Tickets sichern »






